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Von Mauern und Hoffnungen

Pfarrer Uwe Wiegand war im September 2018 in Jerusalem und Umgebung unterwegs. Über diese besondere Reise voller Kontraste erzählt er, illustriert mit vielen Bildern, am Mittwoch, dem 22.5.2019 um 20 Uhr im Rahmen eines Brunnengesprächs.

Anfang September 2018 war ich mit einer Gruppe Darmstädter Pfarrer und Pfarrerinnen unterwegs in Jerusalem und seiner Umgebung. Die Stadt bildet bekanntlich den Brennpunkt dreier Weltreligionen und zweier Völker.

Der wichtigste Gebetsort des jüdischen Glaubens findet sich an der Westmauer des früheren Tempelgeländes, der sogenannten Klagemauer. Hier wird nicht nur gebetet oder die Heilige Schrift studiert, es kann auch das wichtige Fest der Bar Mizwa (vergleichbar unserer Konfirmation) gefeiert werden.

In wenigen Minuten Fußnähe dazu liegt der Tempelberg, auf dem sich mit dem Felsendom und der Al Aksa Moschee zwei muslimische Gebetshäuser von hohem Rang befinden. Von dort geht der Blick zur Kuppel der Grabeskirche, unter denen sich nicht nur das Grab Jesu, sondern auch Golgatha, der Ort seiner Kreuzigung befinden soll.

In scharfem Kontrast zu diesen heiligen Stätten erlebten wir die Mauer, die das benachbarte Westjordanland von Jerusalem trennt. Sie erinnerte uns an die Mauer, die einst Berlin zerteilte und es war bedrückend, zu erleben, wie sehr die Lebensmöglichkeiten der Bewohner von Beit Jala oder dem benachbarten Bethlehem durch die israelische Besatzung eingeschränkt wird. Als Touristen durften wir problemlos passieren, während die dortigen Einwohner täglich Kontrollen und Restriktionen ausgesetzt sind. Ein hoher Preis dafür, dass der israelische Staat sich vor Gewalt schützen muss und überall mit Militär und Polizei präsent ist – junge Menschen, ganz vertraut mit dem Smartphone, aber auch mit Maschinenpistolen bewaffnet.

Der Wunsch nach Frieden war spürbar in unseren Begegnungen mit jüdischen, christlichen und muslimischen Gesprächspartnern, doch ein Weg dorthin ist kaum zu erkennen, bestenfalls ein Hoffnungsschimmer oder eine Sehnsucht.

Pfr. Uwe Wiegand


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