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ekhn2030 - Zukunftsprozess unserer Landeskirche

Vor einigen Jahren hat die EKHN einen Reformprozess begonnen, dessen Kern die Bildung von Nachbarschaftsräumen ist. Der Prozess wird einige Veränderungen mit sich bringen, die es gut zu gestalten gilt. Ein erster Schritt ist die Verwaltungskooperation der Thomas- und der Martin-Luther-Gemeinde ab Januar 2023.

Grund für den Prozess ist zum einen, dass die finanziellen Mittel unserer Landeskirche geringer werden, was auf den kontinuierlichen Mitgliederschwund und die damit geringer werdenden Einnahmen über die Kirchensteuer zurückzuführen ist. Zum anderen soll in dem Prozess der Tatsache Rechnung getragen werden, dass in den kommenden Jahren viele Pfarrer*innen in den Ruhestand gehen werden und eine deutlich geringere Zahl an Menschen den Pfarrberuf neu ergreift. Zugleich ist der Prozess eine Antwort auf Veränderungen in der Gesellschaft. Er zielt darauf ab, die evangelische Kirche stärker mitglieder- und gemeinwesenorientiert auszurichten und auch für jüngere Menschen attraktiver zu machen.

 

Bildung von Nachbarschaftsräumen

Kern des im Regionalgesetz der EKHN im Jahr 2018 definierten Prozesses sind die Nachbarschaftsräume. Räumlich nah beieinanderliegende Gemeinden sollen sich zu einem Nachbarschaftsraum zusammenschließen und darin mehr oder weniger eng zusammenarbeiten. Die Bildung der Nachbarschaftsräume muss bis spätestens Ende 2023 abgeschlossen sein, bis Ende 2026 muss festgelegt werden, ob die Gemeinden in dem Nachbarschaftsraum zu einer Gemeinde fusionieren, eine Gesamtkirchengemeinde bilden oder nur kooperieren werden. Ebenfalls bis Ende 2026 muss in jedem Nachbarschaftsraum festgelegt werden, welche Gebäude langfristig von der EKHN mit Zuweisungen bedacht werden sollen und welche kurz oder mittelfristig entweder abgestoßen werden oder sich durch andere Nutzungskonzepte selbst tragen sollen. Das Ziel der EKHN ist es, den von der EKHN finanzierten Gebäudebestand bis 2030 um 20 % zu reduzieren.

Die Zuordnung von Stellen in den so genannten Verkündigungsteams (Pfarrer*innen, Kirchenmusiker*innen und Gemeindepädagog*innen) erfolgt in Zukunft nach Nachbarschaftsräumen. Dabei wird es durchaus möglich sein, dass im Nachbarschaftraum eine Pfarrperson hauptsächlich für eine Gemeinde zuständig ist, aber sie arbeitet künftig in einem Team, in dem sich die beteiligten Pfarrpersonen gegenseitig ergänzen und vertreten können. Für die Gemeindeglieder und die Pfarrpersonen wird es sicher einige Veränderungen geben. Es ist schön zu hören, dass die jungen Pfarrer*innen sich auf die Zusammenarbeit im Team sehr freuen.

Die Thomasgemeinde ist in Gesprächen mit einer Reihe von Gemeinden in der direkten und auch etwas weiteren Nachbarschaft über die Bildung eines Nachbarschaftsraumes. Dabei sind noch viele Fragen offen. Wie viele Gemeinden sollen zu dem Nachbarschaftsraum gehören? Es sollten ausreichend viele sein, dass der Nachbarschaftsraum auch bei weiter sinkenden Gemeindegliederzahlen nicht in absehbarer Zeit schon wieder zu klein ist. Wichtig ist aber auch, dass es nicht nur um Zahlen, sondern auch um inhaltliche Aspekte geht. Die Zusammenarbeit der Gemeinden im Nachbarschaftsraum bietet die Möglichkeit, sich inhaltlich zu ergänzen, Schwerpunkte zu setzen und durch vielfältige, gemeinsame Angebote mehr Menschen anzusprechen.

 

Verwaltungskooperation von Thomas- und Martin-Luther-Gemeinde

Das Regionalgesetz sieht vor, dass es in einem Nachbarschaftsraum nur an einem Ort ein gemeinsames Gemeindebüro für alle beteiligten Gemeinden gibt. In Vorbereitung darauf unterstützt die EKHN bereits jetzt Gemeinden, die ihre Verwaltung zusammenlegen, mit zusätzlichen Personalstunden. Die Thomas- und die Martin-Luther-Gemeinde werden mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit demselben Nachbarschaftsraum angehören und haben daher beschlossen, das Angebot der EKHN anzunehmen und bereits 2023 ein gemeinsames Gemeindebüro für beide Gemeinden im Gemeindehaus der Martin-Luther-Gemeinde einzurichten. Dies ist insofern unproblematisch als die meiste Arbeit im Gemeindebüro unabhängig vom Standort zu leisten ist und viele Anliegen von Gemeindegliedern per Telefon oder E-Mail an die Gemeindesekretärin herangetragen werden. Dennoch soll es auch in Zukunft in unserem Gemeindehaus weiterhin zu bestimmten Zeiten eine Ansprechperson vor Ort geben.


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