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Voneinander und miteinander lernen

Beim Neujahrsempfang des Evangelischen Dekanats Darmstadt-Stadt standen Haupt- und Ehrenamtliche des Evangelischen Hospiz- und Palliativ-Vereins Darmstadt im Mittelpunkt. Der stellvertretende Dekan Dr. Raimund Wirth hielt die Neujahrsansprache und stellte das Leitwort des Dekanats für 2018, „Fürchte dich nicht“, vor.

Ihren Dank brachte Elisabeth Schummer-Schmalz gegenüber dem Evangelischen Hospiz- und Palliativ-Verein (EHPV) in ihrer Laudatio zum Ausdruck. Die Leiterin des Elisabethen-Hospizes in Darmstadt würdigte die Arbeit der Haupt- und Ehrenamtlichen des Vereins, der vor 15 Jahren in Darmstadt mit Sitz im Agaplesion Elisabethenstift gegründet worden ist. Beim Neujahrsempfang des Evangelischen Dekanats Darmstadt-Stadt standen diese als „special guests“ im Mittelpunkt.

Sie trügen den Hospizgedanken in die Gesellschaft und dass „das Sterben zum Leben gehört“, so Elisabeth Schummer-Schmalz. Rund 75 Ehrenamtliche gehören derzeit zum Team des Vereins. Sie tun ihren Dienst im Elisabethen-Hospiz, in Krankenhäusern, stationären Pflegeeinrichtungen und bei Hausbesuchen in Darmstadt und Umgebung. Mit der Qualifizierung Ehrenamtlicher und der „Begleitung für Begleiter“ vermittele der Verein das Rüstzeug, um Sterbenden und deren Angehörigen beizustehen. Zudem würdigte Elisabeth Schummer-Schmalz das Netzwerk, in dem sich der Verein innerhalb der EKHN und auch bundesweit engagiere. „Wir wollen auch weiterhin voneinander und miteinander lernen“, lobte sie die Zusammenarbeit von Hospiz und Verein.

Friedhelm Menzel, erster Vorsitzender des EHPV, dankte für den „Rückenwind“ aus Dekanat und  Kirchengemeinden und stellte die fünf Hauptamtlichen des Vereins vor: die Koordinatorinnen Anneli Lichtenberger und Kim Häussler, Verwaltungskraft Maria Gally, Lea Matusiak für die Öffentlichkeitsarbeit und Valerie Nungesser, Referentin für Spenden und soziales Engagement. Neben ihnen und ehrenamtlichen Mitarbeitenden wurden auch Ludwig Seelinger, Norbert Mander und Dr. Mathias Pfisterer vom Vorstand durch Carin Strobel geehrt. Die Präses der Dekanatssynode leitete als Gastgeberin durch den Abend. Musikalisch gestalteten die Darmstädter Sängerin Petra Bassus und der Pianist Roland Erben den Neujahrsempfang mit französischen Chansons. Rund 120 Gäste - Pfarrerinnen und Pfarrer, Synodale und Mitarbeitende des Dekanats - waren in die Andreasgemeinde gekommen.

Dr. Raimund Wirth hielt die Neujahrsansprache. Der stellvertretende Dekan übernahm diese Aufgabe für Dekanin Ulrike Schmidt-Hesse, die wegen des Todes ihres Ehemannes Pfarrer Ernst-August Hesse noch nicht wieder im Dienst war. Wirth stellte das Leitwort für 2018 „Fürchte dich nicht“, das sich das Dekanat erstmals gegeben hat, in den Mittelpunkt. Trotz großer wirtschaftlicher Prosperität sei eine kulturelle Desorientierung spürbar. Rechtspopulistische Tendenzen machten sich eine Grundangst vor der Zukunft zunutze. Da sei Vertrauen in die Gesellschaft und in ihre Institutionen wichtig, das Miteinander und der eigene Platz darin. Eine „Kultur des Vertrauens“ müsse gefördert werden, so Dr. Raimund Wirth. Menschen sollten eine „Heimat in der Pluralität“ finden - „Daran arbeiten wir als Kirche.“ Verwurzelt in der christlichen Kultur könne die Kirche Hoffnung spenden, denn „Angst war noch nie ein guter Ratgeber“. Wichtig sei auch, bereit zum Gespräch zu sein mit Menschen, die sich entwurzelt fühlen, und dabei „klar in der Sache“ zu bleiben. Abschließend zitierte Wirth das Pauluswort aus dem zweiten Timotheus-Brief: „Denn Gott hat uns nicht gegeben den Geist der Furcht, sondern der Kraft und der Liebe und der Besonnenheit.“

Bei seinem Rückblick auf 2017 dankte er allen, die zu den Feiern des Reformationsjubiläums beigetragen haben. Lobend hob er hervor, dass auch die ökumenische Feier am 31. Oktober 2017 und das ganze Projekt „Freiheit leben - Glauben teilen - Zukunft gestalten. Reformation 2017 ökumenisch“ die guten Kontakte zum Dekanat Darmstadt-Land und die guten ökumenischen Kontakte noch vertieft habe. Dankbar zeigte er sich auch, dass im November ein neuer Betreiber das „Café Luis“ im Offenen Haus eröffnet hat und dass zum 1. Januar 2018 die Dekanatsträgerschaft für die Kindertagesstätten von zehn der 16 Kirchengemeinden des Dekanats, die Kitas haben, ihren Dienst mit drei Mitarbeiterinnen aufnehmen konnte.

Zu dem Fusionsprozess mit dem Dekanat Darmtadt-Land - die Fusion wird 2022 sein - sagte Wirth, dass man „gut im Arbeiten“ sei und gut vorankomme: „Wir sehen, wie viel uns verbindet in dem Anliegen, Kirche in und für unsere Region zu sein.“ Im neuen Jahr werde man an den Themen Dekanatssitz, Sozialraumanalyse, Profil und Pfarrstellenbemessung weiterarbeiten. Weiterhin werde im Dekanat Darmstadt-Stadt eine neue Konzeption für den Einsatz der Gemeindepädagoginnen und Gemeindepädagogen 2018 erarbeitet. In der Arbeit mit Geflüchteten werde das Dekanat auch weiterhin stark engagiert bleiben. Die evangelische Kirche sei in Darmstadt der größte Träger dieser Arbeit. Es gelte perspektivisch noch immer das, was Dekanin Ulrike Schmidt-Hesse bereits 2015 gesagt habe: „Wir müssen die Willkommenskultur durch eine Willkommensstruktur ergänzen.“


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